Sie sind in Untersuchungshaft? Oder ist jemand aus Ihrer Familie, einer ihrer Freunde oder Bekannten oder ein Geschäftspartner von der Polizei festgenommen worden?

Bevor es zur eigentlichen Hauptverhandlung kommt, kann die Staatsanwaltschaft mit richterlichem Beschluss anordnen, jemanden in Untersuchungshaft (U-Haft) zu nehmen. Die Anordnung erfolgt, wenn ein dringender Tatverdacht besteht, ein Haftgrund vorliegt und die Inhaftierung nicht unverhältnismäßig zum Tatvorwurf ist.

Haftgründe können sein:

Flucht bzw. Fluchtgefahr, Verdunkelungsgefahr (Gefahr Beweismittel zu vernichten oder Zeugen zu beeinflussen) und Tatbegehungsgefahr (Wiederholungsgefahr). Die Verhängung der Untersuchungshaft ist bei bestimmten Tatvorwürfen zwingend, z.B. bei Mord, schwerem Raub mit Todesfolge oder Vergewaltigung mit Todesfolge.

Wichtig ist also zunächst zu wissen, was einem seitens der Staatsanwaltschaft vorgeworfen wird und welche Beweise dafür vorliegen.

Wie lange dauert die Untersuchungshaft?

Die Untersuchungshaft kann bis zum Beginn der Hauptverhandlung andauern. Es wird in regelmäßigen Abständen überprüft, ob die Aufrechterhaltung der U-Haft noch verhältnismäßig, also im konkreten Fall notwendig, ist. Für die Überprüfungen findet jeweils eine eigene Haftverhandlung vor der eigentlichen Hauptverhandlung statt.

Die erste Überprüfung (Haftverhandlung) erfolgt zwei Wochen nach der Verhängung, die zweite Überprüfung nach einem Monat und jede weitere Überprüfung nach jeweils zwei weiteren Monaten. Die Aufgabe des Anwaltes ist es hierbei darauf zu schauen, dass sein Mandant nicht länger als notwendig in Haft behalten wird. Hier kann ein  Spezialist für Strafrecht und Strafverteidigung bestens weiterhelfen. Ich selbst habe bereits bereits mehr als 100 Haftverhandlungen begleitet.

Ich möchte sofort eine Überprüfung meiner Haft!!

Grundsätzlich kann jederzeit ein Antrag auf Enthaftung gestellt werden, wenn neue Tatsachen vorliegen, die gegen eine weitere Inhaftierung sprechen. Es findet dazu dann eine Haftverhandlung außerhalb der normalen Fristenlaufes statt. Folgendes ist hier jedoch zu beachten:

  • Es kommt darauf an, welcher Haftgrund angenommen wird. Liegt Tatbegehungsgefahr vor, ist eine Enthaftung meist nicht aussichtsreich.
  • Einschlägige Vorstrafen werden berücksichtigt und können eine Enthaftung ebenfalls erschweren.
  • Unter Umständen kann eine Enthaftung stattfinden, wenn gegen den Häftling gelindere Mittel verhängt werden können, um die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft nicht zu gefährden. Wenn man etwa seinen Wohnsitz und seine Familie im Inland hat, kann in manchen Fällen ein Gelöbnis abgegeben werden und man wird enthaftet.
  • Selbst wenn keine Enthaftung möglich ist, kann die Untersuchungshaft in bestimmten Fällen mittels Fußfessel (elektronisch überwachter Hausarrest) vollzogen werden.

Brauche ich bei der U-Haft einen Anwalt?

Grundsätzlich wird jedem Häftling in Untersuchungshaft ein Verteidiger zur Verfügung gestellt, wenn man sich keinen Anwalt leisten kann (Verfahrenshilfe). Es ist jedoch ratsam sich selbst einen Rechtsanwalt für Strafrecht für die Verteidigung auszuwählen.

Sollten Sie, jemand aus Ihrer Familie, einer ihrer Freunde oder Bekannten oder ein Geschäftspartner in Untersuchungshaft sein, rufen Sie mich an oder schreiben Sie mir, um sich einen Termin mit mir auszumachen:

Mag. Zaid Rauf: Ihr Anwalt für Strafrecht in Wien:

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