Ab wann spricht man von sexuellem Missbrauch, Nötigung, Belästigung oder sogar Vergewaltigung?

Für alle nochmal zum Mitschreiben: Ja, es ist auch strafbar seine Freundin oder Ehefrau zu sexuellen Handlungen zu zwingen!

Die geschlechtliche Nötigung setzt – wie der Name bereits sagt – voraus, dass jemand zu einer geschlechtlichen Handlung genötigt, also mit Zwang veranlasst wird. Diese Handlung muss nicht bereits sexuell sein.

Es reicht für die Erfüllung dieses Straftatbestandes aus, wenn die geschlechtsspezifische Intimsphäre gegen den Wunsch oder Willen des Opfers berührt wird. Dazu kommt, dass der Opferwille entweder mit der Anwendung von Gewalt oder mit der Drohung eines Übels (z.B. Gewalt, Freiheitsentzug, Veröffentlichung von kompromittierenden Bildern) gebrochen wird.

Wenn ich also der anderen Person gegen ihren Willen mit meiner Hand zwischen die Beine greife, habe ich bereits eine Nötigung begangen, wenn hierbei Gewalt oder Drohungen im Spiel waren. Eine begangene Nötigung hat einen Strafrahmen von 6 Monaten bis zu 5 Jahren. Es gibt bei diesem Tatbestand also eine zwingende Mindeststrafe!

Hat man mit der anderen Person gegen deren Willen Sex (auch Oral- oder Analsex) oder nützt man eine missliche Lage aus, in der sich die andere Person befindet, um Sex zu haben, ist die Strafbarkeit auch dann gegeben, wenn keine Gewalt oder Drohung vorliegt und die andere Person lediglich NEIN sagt.
Auch wenn man an äußeren Umständen erkennen kann, dass die andere Person „nicht will“, reicht das aus, wenn man „es“ trotzdem tut! Zum Beispiel, wenn die andere Person weint oder sich wegdreht, weil sie es nicht aushält.  Das nennt man Verletzung der sexuellen Selbstbestimmung. Hier liegt die Strafdrohung bei bis zu 2 Jahren.

Bei der Vergewaltigung…

…geht es nicht mehr „nur“ um die Intimsphäre. Für eine Vergewaltigung müssen Sex oder Sex ähnliche Handlungen vorgenommen worden sein und es stehen die Gewalt- und Drohelemente noch weiter im Vordergrund.

Eine Drohung muss hierbei beim Opfer Angst vor körperlichen oder gesundheitlichen Schäden auslösen. Die Zwangslage, in der sich das Opfer befindet und der Eingriff in die sexuelle Integrität sind bei einer Vergewaltigung daher gesteigert.

Der Strafrahmen liegt hier bei 1 bis zu 10 Jahren. Auch bei diesem Tatbestand gibt es eine zwingende Mindeststrafe.

Die genannten Strafen sind bei hinzutreten besonderer Umstände oder Vornahme an besonders schutzwürdigen Personen viel höher:

  • Opfer erleidet schwere Verletzungen
  • Opfer stirbt
  • Opfer wird schwanger
  • Opfer ist unter 18 oder unter 14 (sexueller Missbrauch)
  • Opfer ist wehrlos oder psychisch beeinträchtigt (sexueller Missbrauch)

Warum einen Spezialisten für Sexualstrafrecht?

Delikte gegen die sexuelle Integrität werden nach aktueller Rechts- und Rechtsspruchlage besonders hart bestraft. Ich konnte bereits viele Beschuldigte in Sexualstrafdelikten erfolgreich vertreten und habe bemerkt, dass gerade in den letzten 2-3 Jahren ein enormer Druck auf den Richtern lastet, in diesen Fällen keine zu milde Strafe zu verhängen.

Oft wird bereits im Gesetz selbst eine hohe Mindeststrafe vorgegeben. Politisch diskutiert wird, dass im Fall von Sexualdelikten gar keine bedingte Strafe mehr verhängt werden soll.

Problematisch ist das vor allem in Fällen, bei denen Aussage gegen Aussage steht und die Beweislage sehr dünn ist. Zu groß ist hier die Gefahr, dass künftig Unschuldige aufgrund des allgemeinen politischen Drucks eine unbedingte Strafe verbüßen müssen.

Vor diesem Hintergrund ist es ratsam sich bei dem Vorwurf eines sexuellen Missbrauchs, einer Nötigung, Belästigung oder sogar Vergewaltigung an einen Spezialisten zu wenden. Ich selbst habe bereits viele Beschuldigte im Hauptverfahren und im Berufungsverfahren erfolgreich unterstützt.

Sollten Sie einen Anwalt für Sexualstrafrecht benötigen, kontaktieren Sie mich und machen Sie einen Termin mit mir aus:

Mag. Zaid Rauf: Ihr Anwalt für Strafrecht in Wien:

Benötigen Sie Hilfe von einem Anwalt? Kontaktieren Sie mich jetzt:





Verbleibende Zeichen: 440

 

0 Kommentare

Dein Kommentar

An Diskussion beteiligen?
Hinterlasse uns Deinen Kommentar!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.