Hilfe, mein Kind wird von der Polizei abgeholt!

Macht ein Kind oder Jugendlicher Bekanntschaft mit der Polizei, sollten Sie sich als Elternteil zurecht Sorgen machen: Denn die Verurteilung eines Jugendlichen kann weitreichende Folgen für das weitere Leben mit sich bringen. So kann eine Vorstrafe, die im Leumundszeugnis aufscheint, zu Problemen bei der Arbeitssuche führen.

Es ist unbedingt erforderlich, sofort einen Anwalt zu konsultieren, der Erfahrung im Jugendstrafrecht hat und sicherstellt, dass Ihr eigene Kind keine „bleibenden Schäden“ in rechtlicher Hinsicht aus der Sache davonträgt.

Neben den rechtlichen Aspekten, sollten Sie sich auch die Frage stellen, wie Sie das eigene Kind vor zukünftigen Problemen bewahren können.

Wenn Sie eine eingehender Rechtsberatung wünschen oder Ihr Kind eine Vorladung zur Vernehmung bei  der Polizei  erhalten hat, dann können Sie mich gerne anrufen oder mir eine Email schreiben und ich freue mich mit Ihnen einen Termin für ein Erstgespräch zu vereinbaren.

Mag. Zaid Rauf: Ihr Anwalt für Strafrecht in Wien:

Was man im Jugendstrafrecht unbedingt beachten sollte:

Wann gilt man als Jugendlicher?

  • Als Jugendliche gelten Personen von 14 bis 18 Jahren. Danach ist man vor dem Gesetz bis zum Alter von 21 Jahren ein junger Erwachsener. Die Strafrahmen nach dem Jugendgerichtsgesetz sind in vielen Fällen bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen niedriger als bei Erwachsenen. Bei Jugendlichen gilt im Wesentlichen, dass das Höchstmaß aller angedrohten zeitlichen Freiheitsstrafen auf die Hälfte herabgesetzt wird und es keine zwingenden Mindeststrafen gibt. Auch Geldstrafen werden auf die Hälfte herabgesetzt.

Vermerkungen im Strafregister

  • Gerichtliche Verurteilungen werden im Strafregister vermerkt. Bei einer „außergerichtlichen Einigung“ (Diversion) bekommt man zwar keine gerichtliche Vorstrafe, die Diversion scheint aber in dem Polizeiakt auf. Verwaltungsstrafverfahren (Strafzettel, zu schnelles Fahren, Verstoß gegen das Jugendgesetz, etc.) führen jedoch nie zu einer Eintragung ins Strafregister.
  • Hat man bereits eine Vorstrafe, wird eine neue gerichtliche Straftat (in der Regel) zu einer höheren Strafe führen. Eine Vorstrafe kann auch zu Problemen bei der Arbeitssuche führen, da die Vorstrafe bzw. Verurteilung im Leumundszeugnis aufscheinen kann.
  • Bei Jugendlichen scheinen Verurteilungen ab 6 Monaten Freiheitsstrafe im Strafregister auf. Wichtig! Eine Eintragung im Strafregister wird erst nach einer gewissen Zeit (oft erst nach mehreren Jahren) gelöscht.

Vorladung als Beschuldigter (Jugendstrafrecht)

  • Wenn Ihr Kind eine schriftliche, eingeschriebene Ladung erhält, musst es unbedingt zur Einvernahme erscheinen. Ein unentschuldigtes Fernbleiben kann zu einer Ordnungsstrafe oder zur Vorführung durch die Polizei führen. Wichtig ist im ersten Schritt, gleich zu kontrollieren, ob Ihr Kind als Zeuge oder als Beschuldigter geladen ist.

Einladung als Zeuge (Jugendstrafrecht)

  • Ein Zeuge (bzw eine Zeugin) ist man dann, wenn man selbst nicht verdächtigt wird, etwas getan zu haben, sondern strafbare Vorfälle gesehen hat oder von ihnen gehört hat. Dazu wird man bei einer Einvernahme als Zeuge von der Polizei befragt. Bei der Einvernahme ist man verpflichtet, zu sagen, was man weiß. ACHTUNG: Lügen sind strafbar und lohnen sich definitiv nicht! Man hat natürlich in allen Punkten, in denen man sich selbst belasten würde, das Recht, die Aussage zu verweigern.

Einvernahme von der Polizei (Jugendstrafrecht)

  • Sollte man als Beschuldigter von der Polizei einvernommen werden, muss man auf die gestellten Fragen nicht antworten bzw. kann man auch einzelne Fragen nicht beantworten. Gerade, wenn man das Gefühl hat in dieser Situation besonders unter Druck gesetzt zu werden oder man vorher noch einen Rat (von einem Anwalt, den Eltern oder einem Sozialberater) einholen möchte, kann es Sinn ergeben, vorerst zu schweigen, denn eine Aussage kann immer noch später nachgeholt werden. Als Anwalt empfehle ich, erst dann eine Aussage zu tätigen, nachdem man mit einem Anwalt gesprochen hat.

Am Ende einer Aussage wird ein Protokoll verfasst. Mittels Unterschrift bestätigt man, dass dieses Protokoll das zusammenfasst, was man selbst zuvor ausgesagt hat.

Man sollte dieses Protokoll deshalb vor der Unterschrift unbedingt in Ruhe durchlesen und notfalls Fehler berichtigen lassen!

Benötigen Sie Hilfe von einem Anwalt? Kontaktieren Sie mich jetzt: